19.03.2019

Die Mutter des Heulkindes zweifelt daran, ob es zweckhaft ist, dass es weiter die Krabbelgruppe besucht, weil es inzwischen auch Angst vorm Staubsauger hat. Wir machen aber gar nichts mit Staubsaugern.

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Der Mann einer Krabbelgruppenmami möchte nicht zu einer Gruppenstunde gehen, weil er seine Männlichkeit dadurch in Gefahr sieht.
Aber er arbeitet ja sehr viel.

Das scheint es besser zu machen.

15.03.2019

In der Mamimessengergruppe meldet sich eine Mami und meint, sie wolle nur weiter Mitglied der Krabbelgruppe sein, wenn man bei der Gruppenstunde demnächst Mama-Workout macht. Die Mama des Heulkindes meint, ihm mache die Gruppe keinen Spaß.

14.03.2019

Tante ruft an, lädt zum 85. Geburtstag ein.

Eigentlich wollte ich ja flüchten, aber jetzt hat sich eine Freundin für den Tag angemeldet und da mache ich eine Kanne Kaffee. Da könnt ihr auch kommen.

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Im Schaufenster eines Babywarenfachgeschäfts steht ein einziger Kinderwagen in petrol ausgestellt, an dem ein Schild behaftet ist: “Limited edition.” Hat wohl Werksfehler.
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Die Mami, die die Krabbelgruppenmessengergruppe für ihre Tupperpartybewerbung nutzte, empfielt ebenso nebenbei eine andere Babybespaßerin, die völlig uneigennützig überteuerte Babywagen über ihre Veranstaltungen bewirbt: Der ist prima, der ist super. Mit dem Doppelsitzerding im Video kann man sicher gut die riesige Tasche vollkaufen, aber in der Ecke, in der ich wohne, käme man in die Supermärkte gar nicht erst rein oder wie bei Feinkost Albrecht zwar rein, aber nicht raus. Irgendwie ist sowas auch eine Attacke auf die Emanzipation.

13.03.2019

In der Krabbelgruppe gibt es ein Krabbelkind, das noch bei jedem Termin geheult hat. Es weint auch auf fast allen Fotos, die über die Messengergruppe reinkommen. Nur auf einem nicht, da sieht man es entfernt von den anderen. Es wurde in einen anderen Bereich des Zimmers gebracht, nachdem es Anzeichen machte zu heulen. Ich überlege, eine Fotosammlung anzulegen.

11.03.2019

Wenn ich sonst durch die Landeshauptstadt schlendere, treffe ich kaum jemanden. Als Babywagenschieber trifft man in Regelmäßigkeit Mamis.

Ja, du hier? Wo wohnst du denn?

Da drüben, über dem Bäcker.

Ich wohne da und da.

Ich weiß, das erzählte mir meine bessere Hälfte.

Ach, dann haben wir uns wohl schon darüber unterhalten. Dann habe ich das bestimmt verpeilt.

Ja, das meinte die bessere Hälfte auch.

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In der Krabbelgruppenmessengergruppe wird gefragt, was man gegen Schmerzen tun sollte, wenn das Kind zahnt. Es wird sofort auf Medikamente verwiesen. Ich wende ein, dass man es ja erst mit Beißringen und aufgetupftem Kamillentee versuchen kann, statt Medikamente zu benutzen, von denen ein erwähntes hauptsächlich auf Kamille baut. Und die auch vorgeschlagene Veilchenwurzel sei halt ein starker Keim- und Krankheitsträger. Ja, deswegen würde man die ja intensiv trocknen lassen. Was mische ich mich auch ein.
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18.36 Uhr. Ding dong Nanu, wer kommt so spät unangemeldet? Kann ja eigentlich nur das Schwiegermonst…
Ich bringe Essen für’s Kind.

Äh, ja danke, wäre nicht nötig gewesen. Haben wir jetzt auch nicht nach gefragt. Ist auch viel zu viel.

Wo ist Kind?

Das schläft.

Und die Mutter?

Daneben.

Ok. Tschüß.